2016-08 Airport Farm bis Orange River

Reisedatum: 
09.08.2016

Am 09.08. sind wir morgens um 5:35 Uhr pünktlich in Windhoek gelandet. Diesmal gab es keine Gepäckkontrolle, obwohl die 2.2 Meter lange Teleskoprute, die ich dabei hatte, mehr als auffällig war. Wir wurden von Janet abgeholt, und kurz nach 8 waren wir schon mitsamt KAT am Campingplatz. Nachdem das Fahrzeug fast reisefertig war, dann ein Schock: aus dem Koffer tropft Wasser. Zu diesem Zeitpunkt war die Ursache noch nicht klar, alles deutete auf einen Frostschaden hin, denn es hatte teilweise minus 7.5° C. Dummerweise hatte ich zwar die Tanks, aber nicht den Boiler entleert.

Nun musste also der Boiler ausgebaut werden, was eine ziemliche Sauerei war, denn ich hatte keine Absperrhähne vorgesehen. Ich habe die Heizleitungen mit dem Wasser/Glykol Gemisch gelöst, Sabine hat sie zugehalten, und dann kamen Blindstopfen drauf. Als der Boiler draussen war, habe ich die Plastikummantelung aufgeflext und abgezogen. Ablauf mit dem Daumen zuhalten, in den Zulauf reinpusten, und schon war das Leck gefunden. Zum Glück war es kein Riß, sondern ein klitzekleines Loch am Warmwasser-Ablauf. Dieses Loch muss schon von Anfang an im Boiler gewesen sein, denn ich hatte seit Jahren immer mal wieder Wasser unter dem Boiler und wusste nicht woher. Mit der Zeit hat sich das Loch dann vermutlich mit Kalk zugesetzt und war die letzten Monate dicht. Das Spülen der Leitungen mit Tankreinigungs-Flüssigkeit hat den Kalk wohl aufgelöst, und das Loch war wieder frei.

Am nächsten Tag habe ich in Windhuk dank eines Tips von Ingo eine Werkstatt gefunden, die Edelstahl schweissen kann. Ein kleiner Schweißpunkt auf das Loch, und alles war wieder dicht. Janet hatte uns freundlicherweise ihren VW Bus geliehen, so daß wir auch gleich noch erste Einkäufe im Superspar erledigen konnten. Nachmittags wurde der Boiler eingebaut, und die gebrochene Halterung vom Trenntrafo getauscht.

Am 11.08. fuhren wir los, erster Stop Superspar, zweiter Stop Elisenheim, wo wir Agathe&Michael, Conny&Thommy (www.mantoco.com) und Andreas (andreike.blogspot.de) trafen. Nach drei gemütlichen Tagen siedelten wir um in´s Urban Camp in der Innenstadt von Windhoek, denn wir wollten am Montag ganz früh beim Zoll sein, um unsere Carnets umstempeln zu lassen. Im Urban Camp trafen wir Edy&Brigitte (www.waypoints.ch), leider war die Zeit viel zu kurz, so wurde es nur ein kurzer Plausch.

Beim Zoll klappte alles zunächst ganz gut, die Mitarbeiterin fing an, unsere alten Carnets ungültig zu stempeln, und die neuen einzustempeln. Dann kam die Chefin in´s Büro, sie hat wohl unser Fahrzeug draußen gesehen. Die Dame ist bekannt dafür, daß sie die Regelungen der Carnets sehr streng auslegt, diese Regeln aber teilweise falsch interpretiert, und vielen Leuten arge Probleme bereitet. (Nur als Beispiel: die offizielle Regelung für Südafrika ist, daß man das Land nicht länger als 30 Tage verlassen darfm während das Fahrzeug im Land ist. Die Dame macht daraus: das Fahrzeug darf nicht länger als 30 Tage im Land bleiben, und man darf das Land nicht verlassen, während das Fahrzeug im Land ist.) Bisher war es ohne Probleme möglich, ablaufende Carnets durch neue Carnets zu ersetzen, was auch den Carnet-Regelungen entspricht. Aber nicht mit dieser Dame. Nach über einer Stunde Diskussion hat sie die bereits gestempelten Carnets "entstempelt", indem sie in rot "cancelled" darüber geschrieben und den herausgerissenen Abschnitt wieder eingetackert hat. Für uns hieß das: entweder die südafrikanische Zollunion nach Sambia oder Mosambique verlassen, oder in Südafrika eine Erlaubnis vom Zoll einholen, was ein langwieriger Prozess ist und uns beim Reisen sehr behindern würde. Und das ganze mit verunstalteten Carnets auf denen "cancelled" steht. Na super.

Mit richtig viel Wut im Bauch sind wir direkt Richtung Südafrika aufgebrochen, obwohl wir in Sesriem nochmals Conny & Thommy treffen wollten. Aber da eine Ausreise nach Mosambique im Raum stand, wollten wir keine Zeit an Plätzen verbringen, die wir schon kannten. Schade.

Nach 660 Kilometern kamen wir etwas zerschlagen am Fishriver Canyon an und fielen erschöpft in´s Bett. Am nächsten Morgen fuhren wir als erste zum Rand des Canyons und genossen die Ruhe ohne die Reisebusse. Ein Kurzbesuch bei den heißen Quellen in Ai-Ais ergab, daß in Ai-Ais der Diesel ausverkauft war, so daß wir nach Aussenkehr weiterfuhren. Die dortige Agrar Tankstelle war über Mittag geschlossen, und wir mussten 1½ Stunden warten. Es wurde aber nur eine halbe Stunde, denn entlang des Grenzflusses zu Südafrika arbeiten alle Firmen nach Südafrikanischer Zeit, und es gibt keine Sommer/Winterzeit. Wir haben uns deshalb eine Stunde Warten gespart :-)

Am Abend fuhren wir die wunderschöne Strecke entlang des Orange River wieder Richtung Norden, da wir in Oranjemund über die Grenze wollten. Hier bestand die Chance, unsere Carnets stempeln zu lassen. In Bo Plaats fanden wir einen netten Platz direkt am Fluß. Wer diese Strecke ebenfalls fahren möchte: die Auskunft bei der Ausfahrt aus dem Park war, daß man überall campieren darf. Es gibt zahlreiche Buchten, an denen man parken / übernachten kann.

Track & Höhenprofil: 

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