2015-11 November II

Reisedatum: 
16.11.2015

16.11.2015 - 475 km

vor Nouakchott -> Nouakchott -> Diama Grenzübergang nach Senegal -> St. Louis -> Zebrabar Fahrt nach Nouakchott zur Versicherung TAAMRIN. Neben dem Gebäude an einer verlassenen Tankstelle geparkt, innerhalb von Sekunden kam ein aggressiver Polizist und fragte, was wir hier machen. Ich sagte, ich gehe nebenan eine Versicherung kaufen. Er fuhr mich an, daß es ein Verbrechen wäre, in Mauretanien ohne Versicherung zu fahren und wollte in´s Fahrerhaus steigen. Ich habe ihn rausgeschubst und ebenfalls angefahren, er solle das lassen, das wäre mein Haus und er hätte darin nichts verloren. Dann gab es eine längere aggressive Diskussion, Sabine hat ihn auch angefahren, womit er überhaupt nicht umgehen konnte. Als er kapiert hat, daß wir eine Versicherung für Senegal wollen, und eine für Mauretanien haben, änderte sich schlagartig sein Verhalten, er wurde freundlich, wünschte uns Bonne Route und ist gegangen. Unsere Dashcam hat alles aufgenommen, es ist wirklich witzig, sich den Ablauf anzuhören.

Bei TAAMRIN teilten sie uns mit, daß die Versicherung für Westafrika „sold out“ ist (wie auch immer eine Versicherung ausverkauft sein kann), ich könnte eine bei NASR Versicherung kaufen. Habe mir den Weg beschreiben lassen, und bin hingefahren. Es war nur 300 Meter entfernt. Gegenüber von dem Gebäude auf einem großen Parkplatz geparkt, wurde aber nach Diskussion mit zwei Militärs des Platzes verwiesen, ich dürfte dort nicht parken. Einfach 50 m zurück gefahren und die Jungs ignoriert. Auch bei NASR gab es keine Versicherung für Westafrika, nur für Senegal. Versicherung abgeschlossen, kostet 17.780 OUG für 20 Tage.

Weitergefahren Richtung Grenzübergang bei Diama. Mehrmals Fiche abgeben müssen, einer hat es sogar falschrum gehalten beim Lesen. Insgesamt waren es 10 Fiche in Mauretanien. Zweimal wurden wir auf der Abzweigung zum Damm nach Diama nach der Versicherung für den Senegal gefragt (ein einfaches "Ja, haben wir" reichte), einmal mussten wir die Versicherung für Mauretanien vorweisen, sie waren mit dem Umschlag zufrieden.

Den Grenzübertritt beschreibe ich an anderer Stelle.

Die Strasse zum Damm, der gleichzeitig Strasse zum Grenzübergang Diama ist, ist sehr gut und schön zu fahren, so daß ich mich schon gefragt habe, weshalb nicht mehr Leute diesen Grenzübergang nutzen. Am Damm wird aus der Strasse aber eine Piste, die stellenweise sehr holprig ist, teilweise Waschbrett. Bei Regen ist diese Strecke nicht zu fahren. Einige Warzenschweine, Flamingos (rosa und schwarz) und anderes Getier gesehen. Sehr langsam vorangekommen. Ca. 20 km/h. Mal auf dem Damm, mal neben dem Damm gefahren, wobei die Strecke neben dem Damm immer die bessere war, allerdings hat der Kofferlack sehr gelitten.

5.000 OUG für den Nationalpark gezahlt, gegen Quittung.

Die Grenzabfertigung Ausreise Mauretanien war schnell, ihn beschreibe ich an anderer Stelle

An der Grenze steht ein in Mauretanien registrierter MAN KAT 1 4x4. Er ist zum Schlachten. Telefonnummer des Polizisten: im Notizbuch Hadraniy, Mhd 0022244915058 00222771784465

Vor St. Louis zwei Polizeikontrollen, beide wollten die Versicherung für den Senegal sehen.

Auf der Fahrt zur Zebrabar wurde es dunkel und ich habe mich böse verfahren, da ich den Wegpunkt noch nicht im GPS hatte. Ich wusste grob, wo die Zebrabar ist, und bin auf Gut Glück weitergefahren (Männer halt ...). In der Gandiol Gegend stand ich plötzlich vor einem Leuchtturm, nachdem mehrere Senegalesen gesagt hatten, daß dies der korrekte Weg zur Zebrabar wäre. Das Wendemanöver im stockdunklen Hof des Leuchtturms war mühsam, es fehlten nur wenige Zentimeter und einige Äste mussten dran glauben. Das Hemd war danach pitschnass.

Fahren bei Nacht in Afrika macht keinen Spaß, es sei denn, man hat richtig gute Fernscheinwerfer und keine Skrupel, diese auch bei Gegenverkehr anzulassen. Wenn der Gegenverkehr allerdings meint, daß man mit zwei blauen LEDs statt H4 Birnen besser gesehen wird, bitte ...

Dann haben wir endlich die Zebrabar gefunden, geparkt und das obligatorische Bier getrunken (Sabine, nicht ich).

17.11.2015 - 0 km

Zebrabar Ruhetag, Fahrzeugdurchsicht und Achsen abschmieren. Am Abend trafen die 4 Motorradfahrer ein, die wir in Dakhla getroffen hatten. Drei sind über den Damm bei Diama, einer über die Grenze bei Rosso eingereist. Bei den dreien, die über Diama kamen, wurde das Carnet nicht abgestempelt, sie haben alle - wie wir auch - nur ein Passavant erhalten und müssen dies innerhalb 48 Stunden in Dakar beim Zoll abstempeln lassen. Bei Jimmy, der über Rosso kam, wurde zwar das Carnet abgestempelt, aber auch er muss mit einem Passavant innerhalb 48 Stunden nach Dakar. Martin von der Zebrabar hat uns einen Kontakt vermittelt, der das Carnet in Dakar abstempeln lassen kann, ohne daß man dort persönlich anwesend sein muss. Leider hat er dafür 75 EUR pro Carnet verlangt. Wir haben das trotzdem machen lassen, weil wir einige Tage ausruhen wollten. Die Motorradfahrer haben sich entschieden, am übernächsten Tag nach Dakar zum Zoll zu fahren.

18.11.2015 - 0 km

Zebrabar Mit Jimmy habe ich mir ein Taxi geteilt und wir sind zum Einkaufen nach St. Louis gefahren. An einer Tankstelle war ein Geldautomat, dort habe ich etwas Bargeld abgehoben. In St. Louis haben wir durch einen Helfer ein Versicherungsbüro gefunden, in welchem man eine Versicherung für Westafrika kaufen konnte. In einem Shop habe ich mir eine SIM Karte plus Guthaben gekauft.

Als wir zum Campingplatz zurück kamen, musste Jimmy seine Ausrüstung sortieren, die Affen haben sie nach etwas essbarem durchsucht.

Abends ist ein Paar aus Italien auf Fahrrädern eingetroffen. Sie verbrachte in Gambia eine Nacht im Gefängnis, weil bei der Durchsuchung ihrer Packtaschen an der Grenze ein Medikament (Diazepam) bei ihr gefunden wurde, welches angeblich in Gambia verboten wurde. Man beschuldigte sie des Drogenschmuggels, und stellte ihr die Wahle, 30 Tage im Gefängnis zu verbringen oder 5.000 USD Strafe zu zahlen. Da sie nicht zahlen konnte/wollte, wurde sie in´s Gefängnis gebracht, Ihr Ehemann blieb frei, er hatte ja keine Medikamente dabei. Glücklicherweise war der italienische Botschafter aus Senegal gerade in Gambia (Italien hat keine diplomatische Vetretung in Gambia), und durch dessen Einsatz und einem Rezept / Bescheinigung ihrer Ärztin ist sie am nächsten Tag aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Da wir das gleiche Medikament dabei hatten, war uns vor dem anstehenden Grenzübergang nun etwas mulmig. Über Gambia hatten wir uns bis dahin nicht intensiv informiert, da Gambia in einem Reisebericht positiv erwähnt wurde, und ich naiverweise davon ausgegangen bin, daß alles ok wäre. Wir haben alle Medikamente gut im Fahrzeug versteckt. Da laut Zollvorschriften auch kein Fleisch nach Gambia eingeführt werden darf, wussten wir nicht, was wir mit dem Fleisch in unserem Gefrierschrank machen sollten. Wir haben es trotzdem mitgenommen.

19.11.2015 - 0 km

Zebrabar Ruhetag. Morgens sind die Motorradfahrer Richtung Dakar aufgebrochen. Die abgestempelten Carnets wurden uns am Abend gebracht. Sammy und Richard aus Jersey, die am 17.11. in der Zebrabar mit ihrem Defender eingetroffen sind, sind an diesem Tag Richtung Gambia aufgebrochen. Sie haben sich entschieden, Ihr Carnet auf Anraten von Martin nicht in Dakar abstempeln zu lassen, da es ja gestempelt wäre, und das Passavant solle man einfach nicht vorzeigen. Dies sollte sich später als Fehler erweisen ...

20.11.2015 - 0 km

Zebrabar Fahrzeug für die Weiterfahrt vorbereitet. Wassertanks gefüllt, Rechnung beglichen und verabschiedet.

Kommentare

Bild des Benutzers Wolfgang

und das obligatorische Bier getrunken

 

Kannst du mich als Dummie einmal aufklären was daran besonders ist ? Bei dem Tempo was ihr vorlegt seit ihr ja übermorgen wieder in Deutschland :-) Weiterhin eine gute Zeit, freue mich auf die kommenden Bilder. Denke das es von Tag zu Tag nun interessanter wird.

 

Wolfgang

In Mauretanien ist kein Alkohol erhältlich und die Einfuhr mit hohen Strafen verbunden. Im Senegal ist Alkohol wieder legal, deshalb trinken die meisten Reisenden hier erstmal ein Bier.

hallo opa und oma

ihr seit aber schon weit , wie geht es denn so. ich habe mir die bilder angeschaut, sie sind sehr schön.

luca

 

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